VERKEHRSFREUNDE STUTTGART E.V.
VERKEHRSFREUNDE STUTTGART E.V.

14.01.2017    Feier zum siebzigsten Geburtstag der Verkehrsfreunde Stuttgart e.V. im SSB-Veranstaltungszentrum Waldaupark, Stuttgart Degerloch

 

Rückblick von Peter Hartmann

„Gut gelaunt bei der Feier: der Vorstand der Verkehrsfreunde“ unterschrieb die Lokalredaktion der Stuttgarter Zeitung/Stuttgarter Nachrichten das Foto in ihrer Ausgabe vom 16. Januar zu unserem Jubiläum. Es zeigt alle 7 VFS-Vorstandsmitglieder strahlend, wie sie Redaktionsfotograf Ferdinando Iannone vor Beginn der Veranstaltung um ein fiktives Sonderfahrtenschild herum aufgebaut hat, und dieser Text gibt die Hochstimmung an diesem Nachmittag und Abend im großen Saal des SSB-Veranstaltungszentrums Waldaupark ganz zutreffend wieder.

Dennoch greift er natürlich zu kurz, denn gut gelaunt und begeistert waren alle 205 Teilnehmer, die der Einladung unserer Vereinigung gefolgt waren. Bereits bevor es offiziell um 15.30 Uhr losging, waren sie an den Tischen oder in lockeren Gruppen in lebhafte und fröhliche Gespräche vertieft. Man freute sich, so viele liebe Bekannte und alte Freunde wiederzusehen, pflegte gemeinsame Erinnerungen und war von der Präsenz von allein 12 Ehrenmitgliedern sehr angetan. So hatte dies der Vorstandbei seinen Planungen und Vorbereitungen auch erhofft.

Um den Kern des offiziellen dreistündigen Programms herum sollte vielfältige Gelegenheit zu Kontakten und Gesprächen bestehen, denn es sollte ja „gefeiert“ werden. Deshalb waren uns der festliche Rahmen und die Bewirtung mit einem reichhaltig bestückten Buffet so wichtig. Bereits an dieser Stelle soll ein großes Lob an die Küche und das Serviceteam des „Waldheims“ eingeflochten werden. Die Damen und Herren waren wirklich um unser Wohl besorgt, alles klappte vorzüglich. Der Vorstand selbst war schon deshalb in Feierlaune, weil das Echo auf die Einladung noch stärker als erwartet war. Der Vorsitzende gibt zu, dass er sich sehr gefreut hat, als ein Ehrenmitglied gleich zu Beginn sagte: „Was die Verkehrsfreunde machen, hat einfach Stil!“ Der Vorstand hat sich vorgenommen, dass das auch in Zukunft ein Teil unserer Identität sein soll: Begeisterung für die Sache, gelungene Form und attraktive Ausstrahlung.

Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Jubiläumsveranstaltung leistete unser Ehrenmitglied Gerhard Schnaitmann, der als Moderator die einzelnen Programmteile verband und durch seine rhetorische und – das Wort sei gewagt – schauspielerische Begabung dem Ganzen besonderen Schwung und Leichtigkeit verlieh. Klar, dass bei ihm auch das schwäbische Element nicht zu kurz kam!

Am Anfang des eigentlichen Festprogramms stand eine Ansprache des Verfassers dieser Zeilen, in der er die Vertreter der Stadt Stuttgart und der Stuttgarter Straßenbahnen AG, die anwesenden Mitglieder befreundeter Vereinigungen und die Ehrenmitglieder der Verkehrsfreunde Stuttgart e.V. herzlich begrüßte. Dabei dankte er insbesondere Wolfgang Arnold, Vorstandssprecher der Stuttgarter Straßenbahnen AG, und der SSB für Ihre Verbundenheit mit unserer Vereinigung und gab seiner besonderen Freude über die Anwesenheit unseres Seniors Fritz Pfenningstorff Ausdruck.

Mit einer Erinnerung an die deprimierende Situation Deutschlands im Jahre 1946 leitete er eine kurze Retrospektive der ersten Jahrzehnte in der Geschichte der Verkehrsfreunde ein. Wenn man sich die damalige Situation vor Augen führe, müsse man eigentlich von einer geradezu „wunderbaren“ Entwicklung sprechen, die sich damals sicher keiner der Beteiligten habe vorstellen können. Eine Parallele stelle das sogenannte Wirtschaftswunder der 1950er und 1960er Jahre dar. Er umriss kurz die institutionellen Veränderungen von einer Art Stammtisch von Modelleisenbahnbegeisterten in Esslingen zu einem eingetragenen Verein von Freunden des realen Schienenverkehrs in Stuttgart mit Satzung, Vorstand, Mitgliederversammlung und geordnetem Finanzwesen, die 1968 einen gewissen Abschluss gefunden hätten.

Wie sehr sich aber sowohl die Aktivitäten des Vereins wie der Gegenstand seines Interesses, der Schienenverkehr, in den Jahrzehnten seitdem gewandelt haben, wurde in der folgenden, von Bernd Katz erarbeiteten und von Peter Hartmann kommentierten Bilderschau anschaulich demonstriert. Zu Beginn führten einige Fotos in die ersten Nachkriegsjahre, dann gab es eine lange Reihe von Bildern, die die Jahre des Wiederaufbaus und der Modernisierung des Schienenverkehrs in und um Stuttgart dokumentierten. Hier wusste der Verkehrsfreund zuweilen nicht, ob er eher nostalgisch der Vielfalt längst historischer Fahrzeuge und Betriebssituationen nachtrauern oder sich an den technischen Fortschritten erfreuen sollte: Beispielhaft für letzteren seien genannt: die Elektrifizierung vieler DB-Strecken und der damit verbundene Rückzug der Dampflokomotive, die Ablösung zweiachsiger Straßenbahnfahrzeuge durch die Esslinger GT4 und das Erscheinen erster DT8-Stadtbahnzüge, Bau und Inbetriebnahme der unterirdischen S-Bahn- und U-Bahnstrecken oder die Entwicklung der S-Bahn- und Stadtbahnnetze mit ihren charakteristischen Fahrzeugen ganz allgemein. Wehmütig stimmende Aufnahmen geliebter Dampf- und Altbau-Ellok-Baureihen hatte Bernd Katz dazwischen eingeordnet.

Diese Zeitreise wurde begleitet durch eine große Zahl von Fotos, die anläßlich von Exkursionen der Verkehrsfreunde innerhalb und außerhalb von Stuttgart entstanden sind und die das VFS-Archiv glücklicherweise bewahrt hat. Manch einer mag leise geseufzt haben. Ja, das gab es alles einmal – und so haben wir vor 20, 30, 40 Jahren ausgesehen. Den letzteren Effekt hatten wir ja mit der Auswahl von, für uns sonst eher ungewöhnlichen Aufnahmen mit möglichst vielen Personen in zeittypischer Kleidung bewusst provozieren wollen! Den Verfasser dieser Zeilen haben Bilder unseres Otto Blaschke sehr bewegt, den wohl die wenigsten unter den Anwesenden noch als Mitt-Zwanziger in Erinnerung haben – besonders köstlich ein Bild als stolzer Besitzer eines Lokschilds der 99 651. Umso bedauerlicher ist es, dass er an diesem Tage nicht unter seinen Verkehrsfreunden sein konnte, deren Vorstand er 40 Jahre angehört hat!

Fotos von einigen schon fast legendären Mehrtages-Studienfahrten aus den letzten 10 Jahren Vereinsaktivität, wie denen nach Rumänien, Süditalien, Großbritannien oder auch in den Harz und nach Kurhessen und Westfalen, rundeten diesen historischen Streifzug durch 70 Jahre Geschichte der Verkehrsfreunde Stuttgart ab und leiteten wieder in die Gegenwart des Jahres 2017 und das heutige lebendige Vereinsleben zurück.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann, der leider verhindert war, hatte uns schriftlich ein Grußwort gesandt, das Gerhard Schnaitmann verlas. Der Minister betont darin, dass die Ziele der Landesregierung und der Verkehrsfreunde im Hinblick auf die Bedeutung und Förderung des Schienenverkehrs weitgehend übereinstimmen. Speziell erwähnte er, dass er sich weiterhin beim Bund für den Ausbau und die Elektrifizierung wichtiger Fernverkehrsstrecken im Land einsetzen sowie regionale S-Bahn-Ausbauten und Regionalstadtbahnprojekte unterstützen werde. Er verband seine Grüße mit einem Dank für das „Engagement und den Einsatz“ der Verkehrsfreunde und wünschte uns für die Zukunft Erfolg und Freude bei der Vereinsarbeit.

Danach überbrachte Dr. Michael Münter, Referent für Strategische Planung und Nachhaltige Mobilität der Stadt Stuttgart, die Grüße des Oberbürgermeisters und gab einen Überblick über die politischen Zielsetzungen und Maßnahmen der Stadt im Hinblick auf die bekannte Feinstaubproblematik und die Förderung der Elektromobilität.

Ihm schlossen sich Grußworte des Vorsitzenden der Stuttgarter Historischen Straßenbahnen (SHB), Dr. Nikolaus Niederich, des Ehrenvorsitzenden der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen (GES), Albrecht Ebinger und des Vorstandsmitglieds der Härtsfeld-Museumsbahn (HMB), Jürgen Ranger, an.

Dr. Niederich erinnerte daran, dass die Verkehrsfreunde Stuttgart bei der Gründung seiner Vereinigung im Jahre 1987 gleichsam die Patenstelle vertreten haben und stellte die vielfältigen Verbindungen zwischen beiden Vereinigungen heraus, die sich auch in vielen Doppelmitgliedschaften niederschlagen.

Albrecht Ebinger musste kurzfristig den verhinderten GES-Vorsitzenden, Armin Herdecker, vertreten. Auch er erinnerte an die Mitwirkung von Verkehrsfreunden bei den frühen Bemühungen, historisch wertvolle Fahrzeuge vor der Zerstörung zu bewahren und überbrachte Glückwünsche seiner Vereinigung.

Jürgen Ranger erschien in der Uniform eines Härtsfeldbahn-Zugführers und dankte unserer Vereinigung für die Verbundenheit mit dem Museumsbahnprojekt, was sich nicht zuletzt in wiederholten Tagesfahrten auf die Neresheimer Alb, aber auch in finanzieller Unterstützung ausgedrückt habe. Seinen Willkommens-gruß zu der in diesem Jahr geplanten VFS-Exkursion aufs Härtsfeld unterstrich er durch einen kräftigen Pfiff auf seiner Trillerpfeife.

Der Verfasser dieses Rückblicks verlas nach den persönlichen Grußworten noch Passagen aus einem Brief des jahrzehntelang mit den Verkehrsfreunden, insbesondere Fritz Pfenningstorff, Jürgen Krantz und Otto Blaschke, freundschaftlich verbundenen langjährigen BDEF-Vorsitzenden und -Geschäftsführers Wolfgang Schacht aus Hannover. Er selbst verdankt seinem Freund Wolfgang und den von ihm 1959 gegründeten Eisenbahnfreunden Hannover die frühe „Sozialisation“ in der Schienenfan-Gemeinde, war er doch nach der Schule 22 Jahre deren Mitglied. Leider konnte Wolfgang Schacht aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend sein, was er in seinem Brief sehr bedauerte.

Da unser Festprogramm sogar etwas „vor Plan“ unterwegs war und um eine kräftig schwäbische Nuance in die Ansprache-Prosa zu bringen, schaltete Gerhard Schnaitmann an dieser Stelle noch einen improvisierten Gruß von Bernd Weckler, Spiritus Rector der Schwäbischen Alb-Bahn in Münsingen, ein. In einer kurzen, mit herzlichem Beifall aufgenommenen, Rede sprach dieser den Verkehrsfreunden seinen Dank für deren Unterstützung in der riskanten Gründungsphase der SAB aus und lud sie zu möglichst häufigen weiteren Besuchen bei dieser kleinen, aber feinen Bahn ein.

Perspektiven für den ÖPNV in der Region Stuttgart

Den eigentlichen Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltung stellte das Festreferat unseres Ehrenmitglieds Dipl.-Ing. Wolfgang Arnold mit dem Thema „Perspektiven für den ÖPNV in der Region Stuttgart“ dar. Zu Beginn seines mit zahlreichen Schaubildern unterlegten, rund einstündigen Vortrags bezeichnete es Wolfgang Arnold als Ehre, bei dieser Gelegenheit zu uns sprechen zu können. Er betonte zugleich, wie wichtig ihm und der SSB die Verkehrsfreunde als ideelle Unterstützer der Sache des Öffentlichen Personenverkehrs und als Multiplikatoren in der Öffentlichkeit unserer Region seien.

Ausgangspunkt seiner Ausführungen war das Konzept der sich kreuzenden Durchmesserlinien des Schienenpersonennahverkehrs im Raum Stuttgart, das der Entwicklung der S-Bahn- und Stadtbahnlinien bereits seit den 1970er Jahren zugrunde liegt und das er anhand eines Schaubilds verdeutlichte. Diese Darstellung zeigte die in die S-Bahn-Stammstrecke einmündenden Linien aus Richtung Feuerbach, Bad Cannstatt, Böblingen und Flughafen einerseits sowie stark vereinfacht die Kreuzung der Tallängs- und Talquerlinien am Charlottenplatz andererseits, zusätzlich aber auch die zukünftige Überlagerung durch Fern- und Regionalbahnlinien als Auswirkung des Projekts Stuttgart 21. Durch die Möglichkeiten des neuen unterirdischen Durchgangsbahnhofs mit dem anschließenden Fildertunnel soll ein mehrstufiges Netz von Durchmesserlinien entstehen, die sich gegenseitig ergänzen.

Ein als „Metropolexpress“ firmierender Linienstern beinhaltet eine Art Regional-S-Bahn über die bisherigen Endpunkte hinaus mit den Destinationen (von Nordwesten im Uhrzeigersinn) Vaihingen (Enz), Heilbronn, Schwäbisch Hall, Aalen, Geislingen, Tübingen und Horb. Den steigenden Stellenwert der Stadtbahn als Verteiler erläuterte er mit einem Schaubild, wonach die Zahl aus und zu Regionalzügen umsteigender Fahrgäste am Hbf, von 3.000 im Jahre 1987 auf fast 13.000 im Jahre 2014 gestiegen ist. Dazu hat auch der Ausbau des Stadtbahnnetzes von ursprünglich geplanten 80 auf 130 km Streckenlänge beigetragen.

In einem weiteren Teil seines Vortrags ging Wolfgang Arnold auf die notwendigen Erweiterungen des Stadtbahnnetzes ein. Dazu gehören als kurzfristige Maßnahmen, die bereits im vergangenen Jahr umgesetzt wurden bzw. im Bau sind, und die den auf 2020 ausgerichteten Netzzustand überlagern:

·       die beidseitige Verlängerung der U12 bis Dürrlewang (bereits in Betrieb) bzw. Remseck (Ende 2017)

·       die Verlängerung der U5 bis Markomannenstraße

·       die Verlängerung der U6 bis zur Messe und zum Flughafen [Planfeststellungsbeschluss: 15.12.2016]

·       ein zu den HVZ dichterer Takt auf der U13

·       die Einrichtung der U19 zwischen Neckarpark und Neugereut zur Verstärkung des Nord-Asts der U2

·         dazu wird 2019 eine Linie U16 dazu kommen, die in der HVZ von Giebel nach Fellbach geführt      wird und damit vom Wilhelmsplatz/Bad Cannstatt (Badstraße) aus die Tangentialbeziehung Richtung Pragsattel – Feuerbach und die Verbindung nach Fellbach verstärkt

Besonderes Interesse des Auditoriums fand ein Ausblick des Referenten in die fernere Zukunft, in dem er eine Einschätzung der Erfolgschancen weiterer Stadtbahn-Netzerweiterungen gab.

Mittelfristig, das heißt im nächsten Jahrzehnt, kommen dazu:

·       die Ertüchtigung der U1 für 80-m-Zug-Einsatz zwischen Fellbach und Heslach

·       die Verlängerung der U19 bis zum Mercedes-Benz-Museum / Daimler-Werk

·         eine direkte Verbindung zwischen den Haltestellen Sigmaringer Straße und Riedsee in Möhringen, um von Plieningen ein umsteigfreies Stadtbahnangebot in die Innenstadt zu ermöglichen

·         in diesen Zeithorizont, wird auch die Realisierung eines vierten Stadtbahnbetriebshofs und die Ertüchtigung der Zahnradbahn fallen, die neben der Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen auch Anpassungen der Infrastruktur nach sich ziehen wird

Im Bereich der langfristigen Maßnahmen, sind eine Reihe von Projekten in Prüfung oder noch zu prüfen:

·       die Verlängerung der U5 von der Markomannenstraße nach Echterdingen

·       die Verlängerung der U3 von Plieningen nach Birkach.

·       die Verlängerung der U7 von Nellingen nach Esslingen.

·       die Verlängerung der U19 von Neugereut nach Schmiden/Oeffingen.

·         die Verlängerung der U14 von Remseck (Hornbach) über Pattonville nach Ludwigsburg und Markgröningen

·       die Verlängerung der U13 nach Hausen

·       die Verlängerung der U8 von Vaihingen nach Büsnau

·         zu den langfristigen Maßnahmen zählen auch Prüfungen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um 120 m lange Züge (Dreifachtraktion) auf der U6 einzusetzen

Die Erfolgschancen für die Stadtbahn-Netzerweiterungen waren eher gedämpft. Neben erst noch zu prüfenden, also eher spekulativen Vorhaben behandelte er die 3 Projekte, für die eine standardisierte Bewertung bereits vorliegt (U5 nach Echterdingen) oder in Arbeit ist (U7 nach Esslingen und U14 nach Ludwigsburg/Markgröningen). Während seiner Meinung nach die Ludwigsburger sich erst einmal einig werden müssten, was sie wollten, stünden dem Echterdinger Projekt derzeit hauptsächlich Finanzierungsprobleme im Wege: Das Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz sehe in seiner neuen Form für derartige Maßnahmen eine staatliche Beteiligung von nur 50% statt bisher 75% vor, was eine Verdoppelung des gemeindlichen Anteils bedeute.

In diesem Zusammenhang erwähnte er auch die Erweiterung der DT8.12-Flotte durch die Einlösung der Option auf weitere 20 Triebwagen und beklagte die mangelnde Beteiligung der Öffentlichen Hand an der Finanzierung neuer Fahrzeuge zum Leistungsausbau und zum Ersatz alter Fahrzeuge. Er bat die Zuhörer, jede Chance zur Mobilisierung der Öffentlichkeit in dieser Angelegenheit zu nutzen.

Zum Schluss seiner Ausführungen stellte er 4 wesentliche Merkmale für erfolgreichen ÖPNV heraus:

·            Beförderungszeit

·            Zuverlässigkeit

·            Komfort

·            Sicherheit

Demgegenüber werde seiner Einschätzung nach der Fahrpreis in den Medien zu hoch bewertet. Besonderer Zustimmung der Anwesenden konnte er sicher sein, als er neben die Forderung nach einer Weiterentwicklung des „Metropol-Express“ zu einer eigentlichen und mit der Stadtbahn gut verknüpften Express-S-Bahn die nach einer Ausgestaltung der Gäubahn zu einer tangentialen Verbindungsbahn mit Stadtbahnverküpfung stellte. Auch traf sein Vorschlag, den in diesem Referat nicht behandelten innerstädtischen Omnibusverkehr zum Gegenstand einer eigenen VFS-Veranstaltung zu machen, auf lebhaftes Interesse.

Langanhaltender, herzlicher Beifall zeigte unserem Ehrenmitglied Wolfgang Arnold das lebhafte Interesse der Festgäste und deren Unterstützung der vorgetragenen strategische Ziele und Maßnahmen der SSB. Sowohl Gerhard Schnaitmann wie Peter Hartmann sprachen ihm den Dank der Verkehrsfreunde für diese informative und engagierte Tour d’Horizon durch die Stuttgarter Schienenverkehrsplanungen und -probleme aus.

Hätte man bei dem Festreferat den Fall der berühmten Stecknadel hören können, kamen im Anschluss nun das allgemeine Kommunikationsbedürfnis und der Genuss guten Essens und Trinkens zu ihrem Recht. In fröhlicher, gehobener Stimmung klang die Feier zum siebzigsten Geburtstag der Verkehrsfreunde Stuttgart aus. Dem Vernehmen nach kamen alle Teilnehmer trotz winterlicher Wetterverhältnisse zu späterer Stunde gut nach Haus – die allermeisten natürlich standesgemäß mit Bahn und Bus.

Verkehrsfreunde Stuttgart e.V.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Verkehrsfreunde Stuttgart e.V.